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Leseproben

„Die Allgäuerinnen“
Ein Buchprojekt von Barbara Lochbihler, MdEP

mit einer Einleitung von Mathilde Schmitt "Bewegt und engagiert" - Frauen  ländlicher Regionen.

Ziel dieses Buches ist es, Frauen aus dem Allgäu, ihre wechselvollen Lebens- und Arbeitswelten, sichtbar zu machen. Anhand herausragender und bemerkenswerter Einzelbiografien werden Umbruchsituationen im 20. Jahrhundert dargestellt. Es werden unterschiedliche Aspekte des Umbruchs beleuchtet. Von Vereinbarkeit und Arbeit, über Mobilität, Geschlechterverhältnisse, soziale Netzwerke, bis hin zu Konstruktion und Wahrnehmung der Weiblichkeit in Allgäu-Krimis. In 18 Beiträgen werden sowohl Beispiele für schillernde Erfolgsgeschichten, als auch für Begrenzungen, Defizite und das Scheitern vorgestellt.

Edeltraud Aubele berichtet im Kapitel „Gebären oder Entbinden?“, wie das uralte Handwerk der Hebammen zu Beginn des 20. Jahrhunderts professionalisiert wurde und Hebammen zunehmend in die Abhängigkeit der Ärzteschaft gerieten. Eine der Pionierinnen der seit den 1970er Jahren einsetzenden Gegenbewegung war die Kemptner Hebamme Ingeborg Stadelmann, die zeigte, dass sich Schulmedizin und Naturheilkunde ergänzen können.

Im Kapitel „Frauenleben und Frauenarbeit in einem Oberallgäuer Dorf“ beschreibt Heike Hoffmann, wie das Aufkommen kleiner Familienläden Frauen eine Erwerbstätigkeit ermöglichte. Am Beispiel des Dorfes Niedersonthofen wird aufgezeigt, wie unterschiedliche Modernisierungsschübe der Region und vor allem auch den Frauen neue Einnahmequellen ermöglichten und somit zu deren Autonomie beitrugen.

Christine Müller Horn porträtiert die beiden Allgäuer Fotografinnen Auguste Städele und Lala Aufsberg, die Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Fotografien des Allgäus und seiner Bewohner machten und sich in diesem vormals von Männern dominierten Metier durchsetzen konnten.

Um zwei grüne Politikerinnen aus dem Allgäu geht es im Beitrag von Silke Rapp: Claudia Roth und Theresa Schopper. Sie berichten im Interview, wie ihre Herkunft sie prägte, welche politischen Vorbilder sie hatten und welche Beziehung sie heute mit dem Allgäu verbindet.

Der Werdegang der Allgäuer Unternehmerin Karin Berger-Haggenmiller wird in einem Beitrag von Doris Wagner beschrieben. Diese fördert insbesondere weibliche Angestellte und ermuntert junge Mädchen, eine technische Ausbildung in Angriff zu nehmen.

Elisabeth Brock berichtet, wie ein 1981 abgehaltenes Frauenfest der Kemptner Pfarrgemeinde Sankt Franziskus zu der Etablierung eines Frauentreffs und schließlich zur Gründung des autonomen Frauenhauses „Lila Distel“ führte. Zahlreiche Initiativen folgten und die Aktivitäten des Hauses beeinflussten in den darauf folgenden Jahren kommunale Politik und Wahrnehmung. Auch Doris Kienle erinnert sich, wie sich in den 1970er Jahren die ersten Frauengruppen in Memmingen bildeten, wodurch erst ein Frauenzentrum und schließlich das autonome Frauenhaus in Memmingen gegründet wurden. Eindringlich beschreibt sie die Widrigkeiten und Kämpfe, denen sich Frauen in den 1980er stellen mussten und wie Memmingen aufgrund des Prozesses gegen den Gynäkologen Dr. Theissen zum Sinnbild für „moderne Hexenprozesse“ geworden war.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Allgäu ist das Thema des Kapitels von Barbara Streidl. Kritisch wird die schlechte Versorgung mit Krippen- und Betreuungsplätzen und die immer noch vorherrschende konservative Rollenverteilung thematisiert.

Um die deutsch-jüdische Familie Guggenheimer aus Memmingen geht es im Beitrag von Maximilian Strnad. Beschrieben wird das Schicksal der Familie, die Widrigkeiten, vor allem die sie während des Nationalsozialismus aufgrund ihrer „Mischehe“ erleiden mussten. Nachdem der Vater in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde und starb, waren seine Frau und die Tochter auf sich allein gestellt und mussten noch lange Zeit später aufgrund ihrer Erlebnisse kämpfen.

Frau Ilgenfritz thematisiert „Allgäuerinnen aus anderen Ländern“. Es geht um Heimatvertriebene, Aussiedlerinnen und Migrantinnen. Einzelschicksale werden thematisiert, auch jene der Kaufbeurer Roma Nurije und ihres Sohnes Ersan, die gerne bleiben wollten, jedoch in den Kosovo abgeschoben wurden.

 

 

Lesereise

Im Augenblick finden keine Lesungen statt.

Weitere Informationen unter:
wk-lochbihler(at)gruene-europa.de
0176 - 84235069

Inhaltsverzeichnis

Allgäuerinnen - Inhaltsverzeichnis

Zum Schnuppern:
das Inhaltsverzeichnis
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